• Anreizsysteme

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    Anreizsysteme zählen in der Unternehmensführung sowie im Controlling direkt zu den Basisinstrumenten, da man anhand von ihnen eine gezielte Verhaltenssteuerung bewirken kann. Vor allem aus dezentral gesteuerten Unternehmungen sind Anreizsysteme nicht mehr wegzudenken. Sie sind bei der bestmöglichen Lösung des Prinzipal-Agent-Problems behilflich. Anhand von Anreizsystemen wird eine gemeinsame Ziel- sowie Nutzenmaximierung bewirkt.

    Die primäre Funktion von Anreizsystemen ist es eine Motivationssteigerung sowie wahre Berichterstattung zu bewirken. In Unternehmungen können Anreizsysteme zusätzlich noch als unterstützendes Kontrollinstrument verwendet werden.

    Bei der Entwicklung von Anreizsystemen ist auf eine effektive Gestaltung zu achten. Die Art der Gestaltung sollte einen effizienten Einsatz ermöglichen.

    Ein gezielt aufgebautes Anreizsystem besteht aus vier Basiselementen:

     

    Belohnung

    Bei der Belohnung bzw. Vergütung handelt es sich um das wichtigste Element von Anreizsystemen. Ein falsch gewählter Belohnungsparameter kann die Wirkung, eines ansonsten sehr gut gestalteten Anreizsystems in die falsche Richtung lenken bzw. ausschalten.

    Die Belohnung sollte als Folge einer erfolgreichen Zielerreichung verstanden werden. Die Motive der Entscheidungsträger sollten mit ihrer Hilfe bestmöglich befriedigt werden.

     

    Bemessungsgrundlage

    Anhand der Bemessungsgrundlage wird das Ausmaß der Leistung und daraus resultierend die Höhe der Belohnung bestimmt. Die Bemessungsgrundlage stellt somit den Indikator für die Belohnung dar.

     

    Belohnungsregel

    Anhand der Belohnungsregel wird der Zusammenhang zwischen der Bemessungsgrundlage und der Belohnung festgelegt.

    Bei der Belohnungsregel muss man zwischen einer Belohnungsfunktion und einer subjektiv festgelegten Belohnung unterscheiden.

    Anhand einer Belohnungsfunktion lässt sich der Zusammenhang zwischen der Bemessungsgrundlage und der Höhe der Belohnung eindeutig und objektiv berechnen.

    Bei der subjektiv festgelegten Variante entscheidet hingegen die übergeordnete Instanz über die Höhe der Belohnung. Subjektiv festgesetzte Belohnungen eignen sich nur dann, wenn die jeweiligen Bereiche keinen direkten Einfluss auf den Bereichserfolg haben. Grundsätzlich ist der Belohnungsfunktion der Vorzug zu geben.

     

    Ausschüttungsregel

    Die Ausschüttungsregel legt den Zeitpunkt der Belohnung fest. Die höchste Anreizwirkung besitzt die Belohnung wenn sie unmittelbar nach der verrichteten Leistung erbracht wird. Diese Methode der Vergütung kann sich bei mehrperiodigen Entscheidungen, aufgrund der kurzfristigen Gewinnmaximierungsabsicht, negativ auf den zukünftigen Unternehmenserfolg auswirken. Im Endeffekt sollte die Ausschüttungsregel zum langfristigen Unternehmenserfolg beitragen. Aus diesem Grund muss sie immer auf die belohnte Entscheidung Rücksicht nehmen.